EnSu - Die Rolle von Energie-Suffizienz in Energiewende und Gesellschaft

    • Wie kann der Energieverbrauch absolut sinken? Wie kann gesellschaftlicher Wandel in die Energiemodellierung einfließen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich seit Mai 2020 die Nachwuchsforschungsgruppe „EnSu – Die Rolle von Energie-Suffizienz in Energiewende und Gesellschaft“. Sie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA) gefördert. Sechs Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler vom Freiburger Öko-Institut, dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie sowie von der Europa-Universität Flensburg (EUF) haben sich bis April 2025 zum Ziel gesetzt, gesellschaftliche Transformationsprozesse im Kontext der Energiewende zu erforschen und für Energiesystem-Modellierung darstellbar zu machen.

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    Laufzeit:

    01.05.2020 bis 30.04.2025

    Fachbereich:

    Systemintegration, Klimaschutzkonzepte

    Verantwortliche/r:

    Mitarbeiter:

    Cordroch, Luisa; Graser, Georg; Sendker, Johanna

    Damit wir eine Chance haben, das 1,5 Grad Ziel zu erreichen, brauchen wir alle drei Strategien der Energiewende: Suffizienz = absolute Reduktion des Energieverbrauchs durch soziale Innovationen, durch den Ausstieg aus nicht-nachhaltigen Strukturen und durch verändertes Verhalten von Menschen, Effizienz = relativ weniger Energieeinsatz für den gleichen Zweck‘ und ‚Konsistenz = Erneuerbare statt Fossile‘. Im politischen Raum kennen wir Suffizienz fast nur in Form von Verzichtsappellen und Aufrufen zur Mäßigung oder zur individuellen Vorsorge. Die Nachwuchsgruppe möchte dagegen erforschen, welche Suffizienz-Politik wir brauchen, um Menschen in die Lage zu versetzen, weniger Ressourcen verbrauchen zu können.

    Die Nachwuchsgruppe forscht dazu in interdisziplinärer Kooperation zwischen ingenieurwissenschaftlicher Energiemodellierung, Politikwissenschaft und sozial-ökologischer Transformationsforschung. Gemeinsames Ziel: Die Wirkung von Suffizienzmaßnahmen für die Energiesystem-Modellierung messbar und damit darstellbar zu machen. Modellierungen des Energiesystems sind weitgehend blind gegenüber Veränderungen durch gesellschaftlichen Wandel, denn in ihnen wird bislang nur abgebildet, was einfach zu quantifizieren ist. Da diese Modelle oft Grundlage für Energie- und Klimapolitik sind, finden die Suffizienz-Maßnahmen keinen Eingang in die Politik. Dies will die Gruppe wollen wir ändern, indem wir Suffizienz-Optionen auch in Modellen und Szenarien mit abbilden.

    Dazu entwickeln die Forscherinnen und Forscher ein sogenanntes "Suffizienz-Modul", das in verschiedenen Energiemodellen eingesetzt werden kann. Darin sind Suffizienz-Ansätze für Klima- und Energieszenarien empirisch hinterlegt und ihre Auswirkungen auf die Nachfrage nach Strom, Wärme und Transport mit Daten abgebildet.

    Um praxisrelevante Handlungsempfehlungen ausarbeiten zu können, arbeitet die Nachwuchsgruppe nicht nur inter-, sondern auch transdisziplinär mit Praxis-Partnern aus Kommunen, Bundespolitik und Verbänden wie beispielsweise Landes-Verbraucherzentralen zusammen.